Karabiner 98k
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Allgemeines: Nachdem Deutschland den ersten Weltkrieg verloren hatte, begann man nach dem künftigen Standardgewehr für die deutsche Infanterie zu suchen. Einige meinten man solle das bereits vorhandene Mauser-Mehrladegewehr 98 aus dem Weltkrieg, das sich im übrigen im Kampf als zu unhandlich und auch zu schwer erwiesen hatte, wesentlich verbessern und dann weiterverwenden. Andere tendierten dazu ein neues Selbstladegewehr zu entwickeln und das Mauser-Mehrladegewehr 98 zu ersetzen. Zur Enttäuschung der Fachleute die sich für eine Neuentwicklung eines Selbstladegewehrs aussprachen, wurde wieder ein Mehrlader die Standardwaffe der deutschen Armee, das Mauser-Modell 98 k (k=kurz). Diese Waffe wurde dann im Herbst 1935 als Einheitswaffe bei allen Waffengattungen der neuen Wehrmacht eingesetzt, und bis zum Ende des zweiten Weltkrieges verwendet. Mit dieser Entscheidung hatte man das taktische sowie technische Niveau auf einen Stand gebracht, der bereits vor dem ersten Weltkrieg erreicht worden war. Grund war, das der Karabiner 98 im Grunde keine Veränderungen zu dem im vorigen Jahrhundert entwickelten Gewehr 98 bot. Einmal abgesehen von geringfügigen Veränderungen ist als einziger großer Unterschied die Länge zu nennen, der Karabiner 98 war etwa 140 mm kürzer als das normale Gewehr. Nach geringfügiger Veränderung der Modelle 1921 und 1931 hin zum Karabiner 98k der Wehrmacht, wurde dieser für die Serienreife vorbereitet und dann ab Winter 1934/35 in Oberndorf und Berlin-Wittenau (Zweigstelle der Mauser-Werke) hergestellt. Neben den Mauser-Werken in Oberndorf, die im übrigen der Hauptlieferant waren, zählten die Firma J.P. Sauer in Suhl, die Erfurter Maschinenfabrik B. Geipel GmbH, ab 1936 die Berlin-Lübecker Maschinenfabrik und ab 1937 die Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke zu den Herstellern. Während des Krieges wurde die Waffe auch in Fabriken in den von Deutschland besetzten Ländern hergestellt, z.B. in der Tschechoslowakai, Belgien und Österreich. Mit dem Beginn der Massenproduktion der Waffe ließ die Qualität von Jahr zu Jahr nach. Die Waffen entsprachen in der Qualität in keinster Weise mehr dem Muster das man 1934/35 vorgelegt hatte. Die deutschen Firmen legten bei den Rationalisierungsmaßnahmen vor allem Hand an die beim Schießen nicht beanspruchten Teile der Waffe, wie z.B. Schaft, Visier und so weiter. Teile die zuvor sauber gefräst worden waren, wurden jetzt in Prägetechnik hergestellt. Aber trotz dieser Maßnahmen und trotz neuer Technologien, war die Herstellung der Waffe sehr aufwendig und vergleichsweise teuer, der Stückpreis lag bei 56 RM (Reichsmark). Es ist nicht bekannt wie viele Waffen bis 1939 produziert wurden, lediglich aus 5 Kriegsjahren sind Aufzeichnungen vorhanden. 1940 sollen etwa 1.351.700 Karabiner gefertigt worden sein, 1.358.544 in 1941, 1.363.428 in 1942, in 1943 etwa 2.149.256 und im Jahr 1944 dann 2.261.263 Stück. Trotz dieser scheinbar enormen Stückzahlen, reichte die Produktion nie wirklich aus um den Bedarf der Wehrmacht zu decken. Um das Jahr 1944 herum benötigte die Wehrmacht ungefähr 300000 Karabiner im Monat um die Verluste wieder auszugleichen, das waren etwas 100000 mehr als man überhaupt produzieren konnte!
Technisches: Das Verriegelungssystem des Karabiner 98 k war sehr zuverlässig und präzise. Es wurde ein Zylinderdrehverschluss des Systems Mauser verwendet. Vorne sind zwei Verriegelungszapfen die sich beim Verriegeln in die Ausfräsungen im Hülsenkopf einpassen, hinten befindet sich ein Reservezapfen. Die Hauptteile der Waffe sind der Lauf, Visiereinrichtung, Schaft, Handschutz, Verschluß, Stock und Beschlag. Außerdem gehörte ein aufpflanzbares Bajonett und das Reinigungsgerät 34 zum Karabiner. Außer der Standardausführung gab es Modelle mit feststehendem Visier und ohne Bajonetthalter. Für Fallschirmjäger wurden zwei weitere Versionen entwickelt, eine mit Klappkolben und ein Modell das sich in zwei Teile zerlegen ließ. Das letztere konnte durch Steck- und Schraubverbindungen auseinander genommen und zusammengesetzt werden. Der Karabiner hatte ein Kaliber von 7,92 mm und verfeuerte die seit 1934 für Gewehre eingeführte sS-Patrone mit einem schwerem Spitzgeschoß. Es gab verschiedene Arten von Munition mit modifiziertem Geschoss wie z.B. folgende: Spitzgeschoß mit Eisenkern, Spitzgeschoß mit Stahlkern, Spitzgeschoß mit hartem Stahlkern und ein Spitzgeschoß mit Stahlkern und Leuchtspur. Die Munition konnte in Streifen zu je 5 Patronen von oben, bei geöffnetem Verschluß in das integrierte Magazin eingeführt werden. Der Auswurf der Hülsen erfolgte beim repetieren nach rechts oben. Das Schiebevisier konnte auf Entfernungen von 100 m bis 2000 m eingestellt werden. Die Einsatzschußweite der Waffe lag bei etwa 400 m, mit einem Zielfernrohr konnten Ziele bis auf etwa 800 m bekämpft werden. Spezielle Versionen der Waffe mit Zielfernrohrmontage wurden allerdings erst im Jahr 1941, nach dem Überfall auf die Sowjetunion, in Serie gefertigt. Zur Verfügung standen die Zielfernrohre Typ 40 und Typ 41 mit jeweils lediglich 1,5facher Vergrößerung und Distanzen von 100 m bis 800 m. Später wurden dann Zielfernrohre vom Typ ZF 4 benutzt, auch ZF 43 genannt. Diese ZF's waren allerdings speziell für das Selbstladegewehr G43 entwickelt und konnten nicht einmal für dieses in ausreichender Stückzahl hergestellt werden. Für Ziele die für Handgranateneinsatz noch zu weit entfernt waren, gab es für eine Distanz von maximal 250 m Gewehrgranatgeräte. Diese Geräte bestanden aus dem Schießbecher mit einem Rohr das ein Kaliber von 30 mm hatte, dieses hatte acht Züge mit Rechtsdrall. Das Hilfsvisier konnte von 50 m bis 250 m eingestellt werden. Wenn man das Gewehrgranatgerät gebrauchte, wurde der Schießbecher einfach auf den Lauf gesteckt und das Hilfsvisier direkt vor dem Kurvenvisier der Waffe angebracht. Das Gerät war für alle Modelle des Typs 98 außer dem Typ 98a verwendbar. Ein ähnliches Gerät war bei Luftlandeeinheiten im Einsatz. Der Schießbecher bestand hier aber lediglich aus einem zylindrischem Rohr das keine Züge und Felder hatte.
Schlußwort: Der Karabiner 98 k war im Grunde eine brauchbare und zuverlässige Waffe, die allerdings für die schnelle Kriegsführung des zweiten Weltkrieges nicht mehr ausreichend geeignet war. Auch konnte die Waffe niemals in ausreichenden Stückzahlen hergestellt werden, sodass man den Bedarf der Wehrmacht und zum Ende des Krieges auch noch den des Volkssturms hätte decken können. Spezialversionen wie die Modelle mit Zielfernrohr für Scharfschützen waren entweder zum Anfang des Krieges überhaupt nicht brauchbar oder konnten zum Ende hin mit neueren ZF's trotzdem kaum mit denen des Feindes mithalten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Karabiner 98 k in großer Stückzahl von z.B. Frankreich, der Sowjetunion und Norwegen übernommen. Die NVA benutzte die Waffe bei der Erstbewaffnung und auch die Bundeswehr verwendete sie eine kurze Zeit. Noch heute werden Mehrlader vom Typ Mauser in Afrika, Asien und Lateinamerika eingesetzt.
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